Das ist mein Motto für diese Reise durch Spanien. Hannibal, der große Feldherr aus Karthago, der im Jahr 218 v. Chr. mit einem gewaltigen Heer und 23 Elefanten von Südspanien aus über die Alpen Richtung Rom gezogen ist. Das war der zweite karthagisch-punische Krieg. Und begonnen hat Hannibals Feldzug für ihn persönlich in Cadiz.



Cadiz, die schöne Stadt auf einer Halbinsel am Atlantik ist ursprünglich von den Phöniziern gegründet worden unter dem Namen Gades, genauso wie Karthago, das ja im heutigen Tunesien liegt. Die Phönizier waren ein großes Handelsvolk, was in dem letzten Jahrtausend vor Christus, also noch vor den Römern und Griechen quasi den gesamten Mittelmeerraum beherrschte.



Die ursprüngliche Herkunft der Phönizier waren mehrere Stadtstaaten, wie Sidon und Tyros, die im heutigen Libanon liegen. Von dort aus fuhren sie mit ihren Booten über das ganze Mittelmeer und gründeten an vielen Orten Handelstädte, denn der Handel war ihre Haupteinnahmequelle. Außerdem entwickelten sie die Alphabetschrift (rechtes Bild), die dann von den Griechen übernommen wurde. Sie waren sehr gute Handwerker, die feine Keramiken, Schmuck und Bronzearbeiten herstellen konnten, begehrte Waren bei den Völkern im Mittelmeerraum zu der Zeit.



Von Karthago aus eroberten und besiedelten die Phönizier den südlichen Teil der iberischen Halbinsel, vor allem wegen der dort vorkommenden Silberminen. Von den Römern wurden die Phönizier oder Karthager, Punier genannt, darum spricht man in der Geschichtsschreibung von den punischen Kriegen. Und der zweite punische Krieg war eben derjenige, in dem Hannibal eine entscheide Rolle spielte. Hannibal war schon mit neun Jahren zusammen mit seinem Vater nach Gades (Cadiz) gekommen. Mit 26 Jahren war er bereits Oberbefehlshaber eines großen Heeres und bevor er mit diesem nun gegen Rom in den Kampf zog, bat er beim dem Hauptgott der Phönizier – Melkart – um Unterstützung. Auf der Insel Santi Petri, etwas südlich von Cadiz stand damals (218 v. Chr.) ein großer Tempel des Melkart.



Ich bin also zu dem Strand gefahren, der gegenüber der Insel Santi Petri liegt und war überrascht, dort eine „moderne“ Skulptur des Melkart zu finden, die einer der original Mekartfiguren aus dem Museum in Cadiz sehr ähnelt.



Zu Füßen dieser Skulptur am Strand war eine Schale mit Buchstaben, die scheinbar symbolisch dafür steht, dass es die Phönizier waren, die den Grundstein für die Aphabetschrift gelegt haben, auf der auch unsere Schrift basiert. Heute scheint hier Melkart eher der Schutzgott der Kitesurfer zu sein. Im Museum in Cadiz gibt es jedenfalls die bisher einzigen wirklich gut erhaltenen Sarkophage aus der Zeit der Phönizier, 2500 Jahre alte Zeitzeugen – faszinierend.



Also, nachdem Hannibal im Melkart-Tempel bei Cadiz war, ist er mit seinem Heer von Neukarthago (heute Cartagena) aus losgezogen. Das liegt im Südosten der iberischen Halbinsel. Auf dem Weg dorthin werde ich mir noch einige Spuren der Phönizier anschauen und mein nächster Stopp ist dafür Malaga.